Jasmin & Hope

Wie Hope mein Leben verändert

Durch das Erleben mehrerer schwerer Traumata war mein Leben nicht mehr lebenswert. Mein Leben wurde bestimmt von Angst- und Panikattacken, Flashbacks, Albträume, Dissoziationen, dissoziativen Krampfanfällen, Selbstverletzung, Suizidgedanken bis hin zu Absichten und Versuchen mir das Leben zu nehmen.

Ich habe mich nicht mehr allein aus dem Haus getraut und mich sehr stark isoliert. Ich wollte und konnte einfach nicht unter Menschen sein. Zu groß war die Angst gewesen. Durch die Traumata konnte ich mich und meinen Körper nicht mehr spüren. Es kam mir alles so fremd vor an meinem Körper. So als wenn mein Körper nicht zu mir gehören würde. Er war mir einfach fremd gewesen. Ich habe oft gedacht das ich es nicht wert bin, am Leben zu sein. Nicht wert zu sein geliebt zu werden. Ich war wie versteinert und konnte nicht richtig handeln.

Es wurde viel versucht. Mit Medikamenten, Therapie usw.. Aber nichts hat auf Dauer angeschlagen und mich stabil genug gehalten. Ich war am Ende. Total verzweifelt und hilflos. Da dachte ich, es gibt nur noch einen Ausweg, und zwar den Suizid.

Heute kann ich sagen, dass meine Versuche zum Glück nicht geklappt haben. Wieso? Wenn ich es geschafft hätte und meinem Leben ein Ende bereitet hätte, dann hätte ich Hope nicht kennengelernt. Als ich keine Hoffnung mehr hatte das ich irgendwann wieder ein einigermaßen anständiges Leben führen kann habe ich im Internet gelesen, das es sogenannte PTBS-Assistenzhunde gibt, die speziell auf die Erkrankung ihrer Menschen ausgebildet werden. War das meine letzte Hoffnung? War es das, was mir den Sinn des Lebens zurückgibt und mir hilft nicht nur zu überleben, sondern endlich wieder zu leben? Ich wusste es nicht. Also haben mein Mann und ich uns sehr genau über die Arbeit eines PTBS-Assistenzhundes und deren Möglichkeiten das Leben seines Menschen zu verändern erkundigt.

Vor knapp zwei Jahren habe ich dann eine Hundetrainerin kennengelernt, die solche Hunde ausbildet. Wir haben uns viel unterhalten und ich konnte Fragen stellen, um meine Bedenken auszuräumen. Das Gespräch tat sehr gut und ich habe endlich wieder neue Hoffnung geschöpft. Dann ging es darum den Hund durch Spenden zu finanzieren, da wir die Ausbildungskosten alleine nicht tragen konnten. Auch das lief relativ gut und wir hatten auch recht schnell die Ausbildungssumme zusammen.

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Bei Dissoziationen, Flashbacks und Panikattacken erden

Dann wurde durch die Trainerin der passende Hund gesucht und gefunden. Dieser Hund hat von mir den Namen Hope bekommen. Ich fand den Namen einfach passend und Hope soll für mich ein Symbol der Hoffnung sein. Hoffnung auf ein besseres, lebenswerteres Leben als bisher. Seit dem 02. Januar 2016 lebt Hope nun bei mir und sie gibt mir jetzt schon viel Kraft. Sie ist eine junge braune Labradorhündin, die von sich aus einfach schon sehr viel anbietet, was das Leben mit ihr einfach leichter macht. Sie gibt mir Sicherheit und ich traue mich auch schon wieder, mit ihr zusammen, allein auf die Straße. Sogar im Dunkeln was ich damals nie gemacht hätte und auch nicht dran gedacht hätte, dass ich das jemals schaffen würde.

Durch das Training mit ihr bekommt mein Alltag sehr viel Struktur, was mir hilft meinen Tag besser zu planen und vor allem was ich unbedingt brauche. Struktur im Alltag. Sie ist immer da, wenn ich sie brauche und sie merkt, dass ich mich nicht so fühle. Sie geht dann viel in körperlichen Kontakt mit mir, um mich im Hier und Jetzt zu halten.

Sie hält auf Kommando Menschen von mir fern, indem sie mich mit blocken abschirmt. Sie unterbricht Panikattacken, Dissoziationen und dissoziative Krampfanfälle. Bei Flashbacks geht sie in den Körperkontakt. Ich kann für mich sagen, dass ich froh bin, diesen Schritt gewagt zu haben und gegangen zu sein.

Ich werde mit Hope zusammen die Ausbildung machen und ca. 2017 mit ihr zusammen die Prüfung zum Assistenzhundeteam machen. Bis dahin werden wir beide noch viel lernen und unseren Weg gemeinsam gehen. Ein Leben ohne Hope kann ich mir jetzt schon nicht mehr vorstellen.

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Blocken nach vorne in öffentlichen Verkehrsmitteln

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Blocken zur Seite

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Blocken nach vorne

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