Fix und fertig – der Bär passt auf, dass ich nicht gänzlich abschmiere ❤?

Was macht das mit mir?
Heute Morgen sind wir los ins Einkaufszentrum und danach kurz zum Möbelhaus. Ich muss mich wieder der Situation stellen, mit Valentino zusammen unterwegs zu sein, denn das hab ich in den letzten Monaten gemieden sobald es ging.

Warum? Weil ich Angst habe, vor den Menschen, ihren Aussagen und vor dem, was es mit mir macht. Ich kann einfach nicht wie andere ein dickes Fell haben und denken: „rutsch mir doch den Buckel runter!“. Denn das löst was aus in mir, das ist ein so großer Trigger, der mich jedes mal komplett umhaut. Kein Mensch würde sich freiwillig immer wieder und wieder in eine Situation bringen, die kaum auszuhalten ist, aber ich muss es, immer wieder und es wird nicht besser, weil sich dieser Trigger einfach nicht abnutzt.
Zuerst waren wir im Einkaufszentrum, wir waren echt ruhig, keine Hektik oder Panik. Nach einiger Zeit kam eine Frau auf uns zu, biss von ihrem Schokoriegel ab und meinte, mit Blick auf Valentino: „den würde der aber auch gerne fressen!“. Valentino lag neben mir und schaute erst auf, als die Dame mich ansprach.

Ich meinte dann: „ja, aber der kann das ab. Im Dienst gibt es das nicht!“. Sie dann wiederum: „jaa, wenn sie den Blick gesehen hätten, dann würden sie das anders sehen!“, und lachte voll los.
Okay, wenn sie meint … dann meinte sie, aber es wäre ja eh ein Unding so ein Hund im Einkaufszentrum, viel zu viele Menschen (es war kaum was los), Gerüche und Stress, was für ein Stress!
Ich sagte dann: „nee, das ist kein Problem, der hat das gelernt und kommt damit gut zurecht“ (Valentino lag neben mir tiefenentspannt auf dem Boden). Sie wiederum: „nee das geht gar nicht, das ist unmöglich, aber jetzt ist er ja gelassen“.
Ich wusste echt gar nichts mehr zu sagen und sie verabschiedete sich zum Glück und ging.

Da stand ich dann wie der begossene Pudel, kam mir vor wie der Tierquäler und zu dumm meinen Hund einzuschätzen. Die Dame schien besser über meinen Hund Bescheid zu wissen, als ich selbst, aber Außenstehende sehen ja mehr. Dann gings wieder los, Panik, Omg vielleicht muss Valentino Pipi, vielleicht ist er müde, ich seh seine Bedürfnisse nicht, ich bin dumm … das ganze Programm. Die Unruhe und Hektik war wieder da und ich ärgerte mich echt wieder über die Belehrungen der Frau, aber auch, dass ich dann so reagiere. Ich musste dann raus, schnell zur nächsten Wiese, weil Valentino ja möglicherweise Pipi müsste. Hat er auch gemacht, ein kleines, für mich, weil ichs ihm gesagt hab, also alles im grünen Bereich.

Eigentlich wollte ich dann abbrechen, aber dann steh ich wieder mit dem blöden Ergebnis da und trau mich wieder nicht mehr weiter zu machen. In Möbelhaus war alles okay die Leute nett, niemand hat was gesagt, niemand musste mich belehren. Dennoch als wir an den Kassen gestanden sind war mir so schwindelig und ich hab so dissoziiert, dass ich mit Valentino das Weite gesucht hab und wir uns erst mal hin gesetzt haben. Als mein Mann kam, war ich total neben der Spur, aber Valentino war schon dabei mich wieder zurück zu holen und mich zu beruhigen ❤. Ich hätte losheulen können.

Valentino wenn er gestresst und verängstigt ist ??

Wieso können die Menschen mich nicht einfach in Ruhe lassen? Wieso kann man nicht akzeptieren, dass Hunde auch arbeiten können und nicht aus Zucker sind? Wieso denken die Menschen, dass ein Assistenznehmer nicht in der Lage ist, die Bedürfnisse seines Helfers zu sehen?

Für uns heißt es morgen dennoch, auf in den Supermarkt, aber ich hab jetzt schon einen Knoten im Magen.