Das Ausbildungskonzept orientiert sich an der Zielbeschreibung für die Ausbildung eines

PTBS-Hundes für Bea vom 13.02.2014

Hundeführer und Assistenznehmer: Bea

Zielsetzung:

Der Hund soll zur Verbesserung der Lebensqualität von Bea beitragen:

 

1.) Durch Assistenzleistungen

1.1.) „Unterbrechen“ einer Panikattacke, Erinnern an Notfallmedikamente:

Der Hund wird während der Ausbildung auf den charakteristischen Geruch, der eine

Panikattacke begleitet, konditioniert. Nimmt er diesen Geruch wahr, flitzt er zu dem

Notfalltäschchen, das stets an derselben Stelle für ihn bereitliegt. Er bedrängt Bea

mit dem Apportiergegenstand bis sie das Täschchen öffnet und ihre Medikamente

nimmt. Während einer Panikattacke, die draußen stattfindet, macht der Hund durch

Anspringen/-stupsen auf sich aufmerksam. In einem Hunderucksack trägt er das Notfallkit

bei sich. Auch hier drängt er auf die Beschäftigung mit der Tasche, da er weiß, dass hier

eine besondere Belohnung für ihn versteckt ist.

 

1.2.) Sicherheit vermitteln: In Situationen, in denen Bea sich unsicher fühlt, kann

sich der Hund vor sie stellen (Blocken), er kann um Hausecken vorangehen.

1.3.) Kleine Assistenzleistungen im Alltag (Licht anschalten, Schlüssel finden, …)

 

2.) Als Motivator – nicht nur Assistenzhundehalter müssen bei Wind und Wetter hinaus,

nach kurzer Anlaufzeit werden die Spaziergänge zur Routine und geben dem Alltag

Struktur. Auch wenn man nicht in der Lage ist, große Spaziergänge zu machen, kann ein

Retriever über „Dummyarbeit“ hervorragend ausgelastet werden.

 

3.) Als Projekt und Partner – Hund und Mensch sind schon sehr lange Zeit ein gutes

Team, Bea ist sehr geschickt und vertraut im Umgang mit Hunden. Zudem hat

sie bereits Erfahrung mit dem „Klickern“ durch ihre beiden Katzen. Viele kleinere Aufgaben

wird sie ohne Probleme ihrem Hund selbst beibringen können. Dies macht nicht nur Spaß,

sondern sorgt für Erfolgserlebnisse auf beiden Seiten.

 

Zum zukünftigen Assistenzhund „Valentino“:

Valentino ist ein knapp einjähriger gelber Labrador Retriever Rüde, der im Labrador Club

Deutschland gezogen wurde. Sein Zuchtbuchname lautet:

„Fighting Spirit Jacy of Sunny Mountains“

Valentino hat ein sehr ausgeglichenes Temperament und ist freundlich, aber, eher

labradoruntypisch, neutral zu Fremdpersonen. Trotz seines jungen Alters ist er

selbstbewusst und kann auch für ihn belastende Situationen kompensieren.

Er liebt es, gelobt und bestätigt zu werden, ist aber auch bereit, zielgerichtet seinen

eigenen Interessen nach zu gehen, wenn er dahinter einen Vorteil für sich vermutet.

Valentino hat eine hohe Frustrationstoleranz und ist in der Lage Bestätigungen

einzufordern, sollten diese nicht sofort erfolgen. Kurzum – für die Assistenzleistungen, die

er zukünftig erbringen soll, ist Valentino hervorragend geeignet.

 

Teilschritte der Ausbildung:

1. Grundausbildung

 

2. Spezialtraining

– Konditionierung auf anzuzeigenden Individualgeruch

– Anzeigeverhalten

– Blocken

– Dummyarbeit, späteres „Auslastungstraining“ für Hund und Assistenznehmer

 

3. Teamtraining in der Zentrale mit Assistenznehmerin

– Einstieg in Dummyarbeit

– Anzeigeverhalten

– unter Umständen auch Umwelttraining

– eigenständiges konzeptionelles Erarbeiten von kleinen Aufgaben,

die mit dem Clicker trainiert werden, durch die Assistenznehmerin. In der Zentrale

werden diese kleinen Aufgaben (z.B. Türe öffnen) mit den Hunden der Trainerin

erarbeitet. Ziel ist es hierbei, der Assistenznehmerin ein Repertoire an erprobten und

sinnvollen Aufgaben an die Hand zu geben, die sie mit ihrem Hund nach dem Umzug

erarbeiten kann. So ist ein optimaler Start mit einem kompetenten Hundeführer und einem

ausgelasteten Hund gesichert.

 

4. Teamtraining im neuen Zuhause:

Anzeigetraining, sowie das Abarbeiten aller, während des vorangegangenen

Trainingsabschnitts konzeptionierter Aufgaben für das neue Zuhause.

Führen von Anzeigeprotokollen, um die Leistung des Hundes abzubilden und zu

verbessern.

Ziel ist in diesem letzten Abschnitt, nach Erarbeitung der Führaufgaben, das Team so zu

betreuen, dass sich alle Beteiligten gut abgesichert fühlen, Assistenznehmerin und Hund

aber schnellstmöglich zu einem sich ergänzenden Team zusammenwachsen.

Mit eigenen Erfahrungen, Erlebnissen und einer Stärke, die durch das Miteinander

entsteht.

 

Zeitrahmen

Die Grundausbildung sowie Umwelttraining haben in KW9 bereits begonnen, in KW 10

findet bereits das erste Treffen mit seiner neuen Familie statt. Es ist davon auszugehen,

dass der Hund in der KW 20 umziehen kann.

Danach erfolgt das Teamtraining erst in kürzeren Abständen, später in größeren und

großen Intervallen. Je nach Teamentwicklung bis Frühjahr 2015.

 

Das Trainingstagebuch findet ihr auf Valentinos Facebookseite (Assistenzhund Valentino).