Unter der Derealisation wird ein abnormales empfinden der Umwelt bezeichnet, dieser Zustand kann einen kurzen Moment anhalten oder von langer Dauer sein. Dabei weiß der Betroffene zwar, in welchem Umfeld er sich befindet z. B. in der eigenen Wohnung, allerdings fühlt es sich fremd an, so als wäre er gerade zum ersten Mal dort. 

Unter der Depersonalisation versteht man, wenn der Betroffene sich selbst, seinen Körper, seine Stimme, seine Bewegungen und Handlungen, als nicht zu ihm selbst gehörig empfindet. Dabei bekommt er alles mit, ist bei klarem Verstand, hat allerdings das Gefühl, das es nicht sein eigener Körper ist. Der Körper fühlt sich dann fremd an, weit weg, dumpf, leblos.

Unter der Dissoziation versteht man, die Trennung von Erinnerungen vom Bewusstsein. Dabei werden Gedächtnisinhalte auf anderen „Wahrnehmungsschleifen“ abgespeichert, sodass der Betroffene diese nicht greifbar hat. Dies kennt jeder Mensch aus dem Alltag. Man fährt mit dem Auto eine gewohnte Strecke und kann sich nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern, ob die Ampel an der letzten Kreuzung nun Rot oder Grün war. Dies nennt man „Alltagsdissozation“ und es ist sehr wichtig, denn sonst wäre das Bewusstsein völlig überfordert mit all den wichtigen und unwichtigen Informationen. Das Problem bei der Dissoziation, dass eben nicht nur unwichtige Informationen „verschoben“ werden, sondern auch wichtige, einschneidende Erlebnisse, aber auch schöne Erlebnisse.

Die Dissoziation ist etwas „Gesundes“ und „Krankes“ zugleicht, einst im Trauma ausgebaut, um die schrecklichen Erinnerungen abzuspeichern, ohne sie ins Bewusstsein kommen zu lassen, war es lebensrettend. Heute aber, in einer sicheren Zeit, ein Überbleibsel, was mich hindert, mein Leben heute richtig wahrzunehmen. Oft ist es so, dass man sehr wichtige Dinge einfach dissoziiert, so als wäre es nie gewesen. So merke ich sehr oft, dass ich alles mögliche „weghaue“ und dann nur darauf stoße, dass es so ist, weil ich angesprochen werde. Tja und dann stehe ich da und versuche mich zu erinnern und kann es einfach nicht. 
Oft ist es erleichternd sich nicht an alles erinnern zu können und oft ist es ein so schweres Gefühl, weil man irgendwann denkt, man weiß gar nicht, wer man selbst ist.

Und nun die Frage aller Fragen, wie geht man damit um? Bevor Valentino zu mir kam, habe ich mich versteckt, litt unter massivsten Panikattacken, war wütend auf mich und die Welt. Sprich, ich kam damit überhaupt nicht zurecht. Heute ist es ein bisschen anders, da im Alltag ganz viel auf Valentino geachtet wird und ich wie so ein Schatten neben ihm herlaufe. Das finde ich sehr angenehm, da es einfach nicht so auffällt, wenn ich gerade in einen diesen Zuständen bin. Ich glaube, es ist einfach auch eine Art Gewöhnung, eine Akzeptanz dessen, dass es so ist und ein Aussöhnen damit. Ich finde es nicht schön, auch nicht angenehm, aber im Moment, kann ich schlicht nichts daran ändern. Ich muss lernen damit zu leben, jedenfalls für jetzt, wie es in zwei Jahren aussieht, ist ja nicht gesagt.