Bevor man sich für einen Assistenzhund entscheidet, sollte man sich Gedanken machen, ob er zu einem passt. Nicht jeder Betroffene profitiert gleichermaßen von einem Assistenzhund. Es ist wichtig sich darüber im klaren zu sein, dass die Ausbildung eines solchen Hundes einige Monate dauert, anstrengend ist und Durchhaltevermögen erfordert. In den meisten Fällen werden PTBS-Assistenzhunde über eine angeleitete Selbstausbildung ausgebildet, das bedeutet, ein Assistenzhundetrainer leitet das Team an und man selbst trainiert mit dem Hund bis zur nächsten Trainingsstunde. Bei Fragen oder Problemen steht der Trainer zur Verfügung und unterstützt das Team bei der Problemlösung.
Es gibt keine Instanz, die entscheidet, ob jemand einen Assistenzhund bekommt oder nicht. Daher ist es wichtig, sich darüber genau Gedanken zu machen und auch seinen Facharzt/Psychotherapeuten in die Entscheidung mit einzubeziehen.
Ich habe ein paar Fragen für euch zusammengetragen.


Befürwortet mein Therapeut/Facharzt einen Assistenzhund?
(Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Grundbaustein. Dort können Befürchtungen und Ängste angesprochen werden und geschaut werden, was geht und was nicht. Auch ist es wichtig darüber zu sprechen, ob und was es für Trigger bezüglich eines Hundes gibt.)

Unterstützt mich mein Therapeuten/Facharzt während der Ausbildung?
(Viele Beeinträchtigungen haben auch einen Schutzfaktor, z. B. die Dissoziation. Der Hund wird diese unterbrechen, was für den Betroffenen sehr schwierig sein kann. Beim Unterbrechen der Dissoziation gerät man schnell in Reizüberflutung und muss Wege finden damit umzugehen.
Ebenfalls kommt es durch die neu gewonnene Freiheit mit dem Hund, zur Konfrontation mit schwierigen oder triggernden Orten/Menschen/Situationen etc..
Viele Betroffene müssen erst einmal lernen Grenzen zu setzen und zu halten, Vertrauen (auch in sich selbst) aufzubauen, auf das eigene Gefühl zu hören usw..)

Bin ich bereit, an meinen Problemen/Einschränkungen zu arbeiten?
(Durch den die Hilfe des Assistenzhundes im Alltag, die neu gewonnene Freiheit, die Konfrontation mit schwierigen Situationen, den Wegfall der Dissoziation, werden Einschränkungen und Probleme sichtbar. All die Jahre hat man durch das Vermeiden sich der Problematik nicht annehmen müssen. Setzt man sich mit dem Hund diesen Situationen neu aus, ist es wichtig, sich mit einem Fachmenschen zusammen diesen Problemen anzunehmen und Lösungen zu erarbeiten.
Ein Assistenzhund heilt nicht! Er unterstützt einen dabei sich wieder freier in der Gesellschaft zu bewegen, mit seiner Symptomatik besser umzugehen, das Grundproblem (das Trauma) bleibt und sollte bearbeitet werden.)

Bin ich bereit die Verantwortung für einen Hund und die Ausbildung zu übernehmen?
(Dazu gehört für ihn zu sorgen, seine Bedürfnisse zu erfüllen, ihn in Krankheit zu pflegen, in artgerecht zu halten, etc. Das bedeutet auch mal über seine „Grenzen“ zu gehen und spazieren zu gehen, wenn es einem nicht gut geht, zu trainieren wenn man keine Lust hat etc..
Die Ausbildung eines Assistenzhundes ist ein Prozess. Dabei ist es nicht nur wichtig eigenständig regelmäßig mit dem Hund zu trainieren, Probleme zu erkennen und zu lösen und mit seinem Trainer zusammen zu arbeiten, sondern auch die Freizeit mit seinem Begleiter zu gestallten. Ein Hund braucht Kontakte zu Artgenossen, was auch bedeutet, Kontakte zu anderen Menschen aufzunehmen und auszuhalten. )

Habe ich die finanziellen Mittel, den Hund zu versorgen?
(Dabei sollte man nicht nur an Futter, sondern auch Tierarztkosten bei Erkrankungen (Impfen, entwurmen), sowie Versicherungen (Haftpflicht, evtl. OP- und/oder Krankenversicherung) denken. Dazu kommen Hilfsmittel für den Assistenzhund etc.. Diese Kosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen.)

Wer sorgt im Notfall für meinen Hund?
(Es kann immer mal eine Situation eintreten, in der der Hund fremdbetreut werden muss, daher sollte im Vorfeld geklärt werden, wer den Hund im Notfall für eine absehbare Zeit bei sich aufnehmen und versorgen kann.)



Ich kann mir mein Leben ohne meine Begleiter nicht mehr vorstellen, sie lieben ihre Aufgabe und machen sie mit vollem Einsatz und immer mit einem Lächeln im Gesicht. Ich bin jeden Tag aufs neue dankbar für ihre Liebe, das Vertrauen und die große Unterstützung. Durch die beiden kann ich endlich wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und bin nicht mehr völlig isoliert.
Dennoch ist es eine große Aufgabe und ich muss die Verantwortung für meine beiden übernehmen, das sollte man sich vorher bewusst machen.